Die neue Beweglichkeit: Die Gewerkschaften in der digitalen Arbeitswelt

Die digitale Revolution, insbesondere das mobile Internet, verändert die Arbeitswelt radikal. Das stellt die Gewerkschaften vor neue Herausforderungen. Dennoch können sie erfolgreich bleiben und mehr Mitglieder gewinnen, wenn sie sich in mehreren ihrer zentralen Gestaltungsfelder besser positionieren und etwa die Entwicklung neuer Ansätze in der Aus‐ und Weiterbildung vorantreiben oder einen neuen, auf gegenseitigem Vertrauen aufbauenden Kompromiss zu Arbeits- und Ruhezeiten erarbeiten. Arbeitsorte jenseits des betrieblichen Arbeitsplatzes sind gelebte Realität. Auch hier lassen sich – inspiriert von Betriebsvereinbarungen zum Vertrauensarbeitsort – tarifvertragliche Lösungen entwickeln. Des Weiteren sollten neue Arbeitsformen wie das über Online‐Portale organisierte Crowdworking nicht per se abgelehnt, sondern tarifpolitisch gestaltet werden. Moderne Arbeitsprozesse können von den Gewerkschaften aktiv begleitet werden, ohne dass hart erkämpfte Errungenschaften im Hinblick auf Arbeitsstandards aufgegeben werden müssen. Modelle der betrieblichen Gewinn‐ und Kapitalbeteiligung können weiterentwickelt werden, um Mitarbeitern zukünftig mehr Anteile am Produktivvermögen zu ermöglichen. Gewerkschaften, die ihre Rolle in der digitalisierten Arbeitswelt konstruktiv annehmen und sich auf die hier benannten sechs Gestaltungsfelder konzentrieren, sind in einer unübersichtlicher werdenden Arbeitswelt weiter wichtig.


Details

Author(s) W. Eichhorst, H. Hinte, A. Spermann, K.F. Zimmermann
Language German
Year of publication Aug, 2015
Journal IZA Standpunkte
Volume, Number 2015, 82
Publisher Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA), Bonn
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